MySpace: Spielend aus der Krise?
Die älteren unter Euch werden es noch kennen, vielen dürfte es gar kein Begriff mehr sein: MySpace. Okay, das klingt ketzerisch, tummeln sich bei MySpace doch rund 220 Millionen Nutzer weltweit. Allerdings - die Plattform ist seit Jahren auf dem absteigenden Ast. Spricht man heute von Social Networks, meint man in erster Linie Facebook und Twitter.
Nun soll bei MySpace - mal wieder - alles anders werden: Man wolle sich vor allem Spieleentwicklern öffnen, hieß es. Mit dem Games Lab sollen Entwickler von Social Games angelockt werden, die sich längst bei Facebook tummeln. Außerdem solle ein internes Team gebildet werden, das selbst Spiele entwickle. Erste Partner sind die Entwickler TheBroth und Meez, weitere sollen folgen. Playdom solle für die nötige Promotion der MySpace-Spiele sorgen.
Ein wichtiges Detail beachtet MySpace dabei: Es nutzt die OpenSocial-Schnittstelle, die es erlaubt, Spiele über viele Plattformen wie LinkedIn, die VZ-Netzwerke, Xing oder Yahoo zu spielen. Ein offener Standard, dem sich Platzhirsch Facebook bislang verweigert.





Wie lange wird es eigentlich noch den Blog geben?
Brauchts für Facebook nur irgend einen internetzfähigen PC oder Mac, für Twitter gar nur einen Commodore 64 aus dem Jahre 1982 (Breadbox64 heisst da das Twitterprogramm) so kommt mein Netbook bei Myspace oftmals sehr an seine Grenzen. Hinderlich kommt hinzu, dass man für Myspace immer die allerneusten Flashplayer benötigt um in den Genuss der medialen Inhalte zu kommen.
Es fehlt bei Myspace einfach das Ohr zur Community, es wird am Nutzer aufs gerade Wohl vorbei entwickelt. Ferner stören teilweise höchst zweifelhafte Werbeangebote innerhalb des beliebten Unterprogramms "Buddypoke"
Mir selber hat Myspace bis ca. 2008 recht gut gefallen, die Neuerungen der letzten beiden Jahre machen die Plattform leider immer unübersichtlicher und wirkliche Neuerungen wie zeitgemäße Fotogrößen werden vernachlässigt, auf den schlecht komprimierten Briefmarken sind oftmals schöne Motive zur unansehnlichkeit verstümmelt, wer gerne in Bildergalerien schnüffelt, kann sicher mitfühlen, was ich meine.
Die wichtigsten Schritte um sich zu retten sind für Myspace weg von der widerlichen Anbiderung sinnfreier Inhalte, hin zu einer übersichtlichen, jungen Leuten zugewandter Präsentation.
Spielchen gerne, aber die bekommt man inzwischen überall im Netz zum Erbrechen rangeworfen, die halte ich jedenfalls nicht als Anmeldegrund in eine der ältesten sozialen Netzwerke.