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300.000 US-$ für eine virtuelle Raumstation

04.01.10, 14:27 |

von Thomas

Sich einmal etwas gönnen, ohne auf das Geld zu achten? Nun, Buzz "Erik" Lightyear hat das getan. Er hat sich eine Raumstation gegönnt. Eine virtuelle. Und noch dazu die teuerste, die je verkauft wurde.

Im schwedischen Göteburg ist das Software-Unternehmen Mindark daheim. Eine Firma, die sich seit 15 Jahren mit virtuellen Welten beschäftigt und mit ihrem MMO "Entropia Universe" im Jahr 2004 ein virtuelles Universum gestartet haben, das ein echtes Wirtschaftssystem ist. Das klingt, liest man das so, nicht sonderlich atemberaubend, denn viele virtuelle Welten versuchen ein funktionierendes Handelssystem aufzubauen. Was "Entropia Universe" von all diesen unterscheidet: Es existiert seit sechs Jahren, und das Wirtschaftssystem im Spiel ist ein reales Wirtschaftssystem. Denn die im Spiel eingesetzte Währung PE-Dollar ist im Verhältnis 1:10 an den Kurs des echten Dollars gekoppelt. PE-Dollar lassen sich kaufen, und auch wieder (in echte Währung) verkaufen - ganz offiziell und legitim. Außerdem handelt man im Spiel mit diesem Geld - kauft Grundstücke, mietet sich in Hotelzimmer ein oder erwirbt Dinge für seinen Avatar. "Entropia Universe" läßt sich generell auch ohne den Einsatz von Geld spielen (Abo-Gebühren fallen nicht an, auch der Client ist kostenlos), trotzdem wird davon ausgegangen, dass man in Regel einen Dollar pro Spielstunde investiert.

Damit zurück zu Buzz "Erik" Lightyear - dem Mann, der nun nicht nur eine eigene Raumstation im Orbit um den Hauptplaneten Calypso besitzt, sondern auch den Rekord für das teuerste je verkaufte virtuelle Gut hält. Denn für die "Crystal Palace Space Station" hat Erik in einer Auktion 3,3 Millionen PE-Dollar bezahlt - in realen Dollars also 330.000 US-$; in realen Euro etwas mehr als 230,000 Euro.
Nach dem Neuerwerb meldete sich Erik im offiziellen Forum und zeigte sich hoch erfreut über seine neue "Firma". Denn für Erik kann sich die Investition recht schnell auszahlen: Auf der Station gibt es vier Jagdgebiete, in denen sich Spieler in der Jagd nach Tieren und Monstern beweisen können. Für diese Jagden allerdings muss man zahlen. Erik im Gegenzug muss sich von nun an darum kümmern, dass es etwas zu jagen gibt - trotzdem dürfte er bei diesem Spiel künftig ordentlich verdienen.

 

"Entropia Universe" hat heute rund 810.000 registrierte Nutzer in 220 Ländern der Welt. Bereits in den Jahren 2004 und 2008 konnte das MMO mit einem Eintrag ins Guiness Buch der Rekorde aufwarten - ebenfalls für den Verkauf der teuersten virtuellen Gegenstände. Damals ging ein Grundstück und Hotel-Ressort für 100,000 reale US-$ an einen neuen Besitzer. Die aktuelle Version des Universums basiert auf der Cryengine 2.

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