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Sind wir Gamer?

19.08.09, 13:46 |

von Thomas

Gamer. Wir. Ihr. Du. Ich. Die?
Wen umschlingt die Bezeichnung "Gamer" heute eigentlich noch? Und: Wenn es uns umschlingt, wollen wir das überhaupt?

Gamer. Spieler.
Dieser Begriff bezeichnet Menschen, die Spielen. In unserer Sprache hat sich der Begriff für Spieler von elektronischen Spielen etabliert. Also Menschen, die ihre Zeit zum Teil damit verbringen, vor Monitoren zu sitzen und Elfen, Orks, Soldaten, Tiere, Puppen, Autos und was-auch-immer-noch zu steuern. Dass wir dabei mit allerlei Vorurteilen zu kämpfen haben, damit haben wir gelernt umzugehen. Selbst die öffentlich vollkommen emotional und falsch geführte Debatte um "Killerspiele" verkraften wir - und stemmen uns dagegen.

Das Bild der Gamer in der Öffentlichkeit ist schlecht. Dick, vereinsamt, potentiell amoklaufend, depressiv. Will man da noch Gamer sein?
Und auf Seiten der Industrie wird der Begriff immer weiter aufgeweicht: Gamer werden älter (ok, der Trend ist verständlich ... Menschen werden nunmal älter) und spielen weniger oft - weil der Casual Gamer sich wesentlich seltener mit seinem Spiel beschäftigt.

Sind wir noch Gamer? Wollen wir "Gamer" bleiben?
Wollen wir etwas anderes sein, oder uns einfach damit abfinden, dass Gamer heute nicht mehr das sind, was Gamer vor ein paar Jahren noch waren? Weder in der Öffentlichkeit, noch der Industrie?

Heute verbringt der Deutsche im Schnitt 5,4 Stunden pro Woche mit digitalen Spielen, davon 2,3 Stunden pro Woche mit vernetzten Spielen.
Das klingt wenig, aber umfasst statistisch gesehen 80 Millionen Menschen in Deutschland. Das macht über 430 Millionen Stunden gamen pro Woche. Allein in Deutschland.
Warum Spieler dann noch immer so ein schlechtes Image haben, wenn - statistisch gesehen - jeder 45 Minuten pro Tag selbst mit dem Spielen am Computer verbringen?

Wir sind alle ein bisschen Gamer. Wir. Und Die auch.
Deshalb: Was bist Du darüber hinaus noch? Als was bezeichnest Du Dich? Oder brauchen wir keinen Begriff für Spieler mehr, weil elektronische Spiele bereits angekommen sind.

2 Anmerkung(en)
Alexander Grunert:19.08.09 14:42
Für manch einen ist das "Gamen" an sich nicht nur ein reiner Zeitvertreib oder ein Hilfsmittel gegen langeweile oder eine angenehme, wenn auch unnütze Alternative zu den täglich anfallenden Hausaufgaben.

Ich sehe viele Spieler in gleicher Stellung wie z.B. Mitglieder einer Fußballjugend oder eines Tennisclubs. Menschen die einfach einen Ausgleich zum Alltag wollen. Wenn dieser Ausgleich dann auch noch in Form eines Teams organisiert ist, man sich regelmäßig, sei es persönlich, oder einfach nur via Kopfhörer und Mikrofon, trifft und Kontakt hält, ist ein Teamgefühl da. Kennen wir alle auch aus Sportvereinen jeglicher Art. Daher würde ich zumindest mal die Sparte von Online-Spielern die dieses kollektiv mit und gegen andere Spieler spielen auch zu einem gewissen Maß als Sportler bezeichnen. Der Sportsgeist ist vorhanden, er wird nur ungern anerkannt.

Das Größte Problem am Gamer-Image sind die "Verpackungen" der Spiele, die der Gamer spielt. Mit Fifa oder Trackmania hat wohl kaum ein Politiker oder "Nicht-Gamer" ein Problem. Würde man sich in Egoshootern mit Wattebäuschchen bewerfen und statt dem Kampfmesser ein Kopfkissen zücken, um es dem Gegner auf den Kopf zu hauen, wäre es vermutlich eher "niedlich" als "gewaltverherrlichend". Das würde, sofern die Technik funktioniert, auch sicher der ein oder andere spielen.

Es gibt individuelle Typen von Spielern. Jeder hat andere Vorlieben und muss selbst wissen was für ein Typ er ist.

Ich für meinen Teil sehe z.B. Online-Taktik-Shooter als eine Art Schach mit der Erweiterung die Geschicklichkeit, Reaktion und Präzision zusätzlich fordert, was im Sportbereich einem Quadthlon entsprechen würde... Wie es aussieht ist eine Sache, über Geschmäcker mag man streiten. Wenn man jedoch bedenkt was ein einzelnes Mitglied in einem gut organisierten Team jedoch zu leisten vermag, dann ist jeder Spitzenfußballer heut zu Tage unterbelastet und überbezahlt. :)
Michael Reuter Worpswede:23.08.09 00:10
22.08.09 216 Uhr die Gamescom in Köln verlassen

Kurz und bündig. Wir sind 12 Freunde und LAN-Spieler, die sich regelmäßig zum spielen treffen.Wir sind die vergangenen 3 Jahre zur Gamesconvention nach Leipzig gefahren und dort waren wir bisher immer zufrieden.
Nun zu Köln, wobei ich öfter den Vergleich zu Leipzig heranziehen werde. Die angeblich so tolle Verkehrsanbindung entpuppt sich Leipzig gegenüber als ausreichend bis schlecht, jeh nach Anreiseart. Wir sind mit 2 Autos gefahren, da wir insgesamt "nur" 6 Leute waren. Ankunft auf dem Messeparkplatz nach wirrem Kreisefahren aufder Stadtautobahn der erste Hammer. 8, in Worten ACHT! Euro Parkgebühren pro Fahrzeug. Der Transfer zum Messeeingang klappt reibungslos, es sind reichlich Busse flott unterwegs. Ankunft in der Vorhalle: Eintauschen der Gutscheine gegen Eintrittskarten. Im Vorfeld haben wir uns schon über die hohen Preise gewundert, aber man wusste noch nichts von dem Aufwand. Also erst mal nichts sagen und abwarten. Die erste Ernüchterung, es sind wirklich nur! vier Hallen (für normale Besucher) für Europas größte Computerspielemesse vorgesehen. Ok, die Hoffnung stirbt zuletzt, vielleicht sind die Picke-Packe voll mit allem was dazu gehört. Die ersten beiden Hallen, Halle 8 und 7: mäßig gefüllt mit Spiele-Ständen. Dazwischen immer wieder Stände, die meines Erachtens nicht mit dem Sinn der Messe sind, z.b. Tuning und Hi-Fi für PKW's. Die Spiele-Stände waren teils lieblos, aber auch viele sehr schön aufgebaut, z.b. die Winterlandschaft von Sega für Mario & Sonic bei den Olympischen Winterspielen, der Von Deepsilver und von..?, keine Ahnung, es waren viele alte bunt zusammengewürfelte Frachtcontainer.
Im allgemeinen weniger Hersteller von Pc-Hardware mit ihren fetten Ständen und zu viel Leere mit Stahlgerüsten unter der Decke. Selbst zur Hauptzeit gegen 14 Uhr heute am Samstag konnte man so gut durchlaufen, wie in Leipzig gegen 19 Uhr. Halle 6 und Halle 9 waren annähernd bzw. gleich wie jeweils eine Vergleichshalle in Leipzig, nur das in Leipzig noch mehr von dieser Sorte waren. Die Essen und Getränkeversorgung fand leider auch zu einem nicht unerheblich Teil in den Hallen statt. Ich für meinen Teil kann mir sehr gut vorstellen, daß die meisten Menschen es vorziehen, Essen und Getränke an der frischen Luft, ohne dröhnende Hintergrundmusik zu sich nehmen möchten. Der unkoordinierte Andrang an sämtlichen Essen- und Getränkeständen im Aussenbereich gab mir in diesem Punkt Recht. Trotz überfüllten Sitzplätzen, ungeordneten Trauben um allen Nahrungsständen und Preisen, die vor allem den Jugendlichen die Tränen in die Augen getrieben haben, haben sich immer noch so viele Menschen diesem Chaos ausgesetzt. Daran kann man sehr gut erkennen, wie wichtig das Energieschöpfen für alle sind, selbst unter widrigsten Bedingungen. Auf die sinnlosen Unmengen an Guitar Hero-, Rockband-, usw. Bühnen möchte ich nicht zu sprechen kommen,aber dafür auf die sehr wenigen Möglichkeiten selbst neue Spiele zu spielen, anderen Spielern zuzusehen, zb. ESL oder ähnliche. Dort wo es ging, waren horrende Wartezeiten von bis zu über VIER STUNDEN. In dem Fall war es der Blizzard-Stand. An anderen Ständen konnte man aber ähnliche Situationen beobachten, daß viele Besucher im Schnitt sicherlich mehr als eine Stunde warten mussten um einen Spiele-Trailer oder aufgenommene Spiel-Sequenzen ansehen zu dürfen.
Wir hatten uns kurzfristig in zwei dreier-Gruppen trennen müssen, da einige nicht bereit waren, sich für über eine halbe Stunde an einem komplett in Englisch vorgespieltem und vom Veranstaler vorgetragenem Spiel zu warten, das ebenso wie den Veranstalter selber keiner kannte. Wir haben uns auch nur angestellt, weil die Warteschlange relativ klein war und die Aussicht auf ein gutes Spiele-Demo bestand. Aber leider war es am Ende nur eine vorgetrage Spielszene, die von zwei vermutlichen Mitarbeitern gespielt und aufgezeichnet wurde. Allgemein standen sehr wenige Test-Spiel-PC's mit neuen Spielen zu Verfügung. Auch, daß man von neuen Spielen Demo-CD's fand war so gut wie unmöglich. Von uns sechsen hat keiner eine gefunden. Das Spiel World in Conflict zum Beispiel konnte man damals in Leipzig als Demo antesten und eine Demo-CD mitnehmen. Drei von unseren Spielern, mich inbegriffen, haben sich die Vollversion gekauft.
Was in Köln allerdings viel besser war, oder besser gesagt nicht war, ist der Ansturm auf die Herren Toiletten gewesen. Wo man in Leipzig locker 10 Minuten an der Herren Toilette warten musste um sich zu erleichtern, kam man heute in Köln sofort und ohne Probleme an die begehrten Becken. Man wäre ein Narr, wenn man daraus auf geringere Besucherzahlen schließen würde. Oder?

mfg

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