Du & Ich vs. Spielverderber
Ich spiele noch nicht zu lange in einem Multiplayer-Universum. Bis vor einigen Monaten noch, bevorzugte ich das spielen ohne Online-Anbindung. Und in den letzten Tagen wird mit wieder bewußt warum: Mitmenschen.
Ich sollte präziser sein: Nervige Mitmenschen. Solche, die einem das eigene Spiel zerstören. Indem Sie den Avatar grundlos töten oder einem aller zwei Tage die Hälfte aller Raumschiff-Flotten aus dem All pusten.
Sind die ersten sechs Tage noch verkraftbar, stellt sich ab Tag acht der Frust ein. "Warum ich?" Man versucht seine Mannschaften aufzubauen, friedlich zu ko-existieren und die Forschung für Waffensysteme, die es mit dem Angreifer aufnehmen können, ziehen sich noch. Einige Tage. Oder Wochen. Je nach Spiel.
Im Allein-Spiel kann ich die Intelligenz des Computers einstellen, kann regeln welches Level ich spielen will, und so die Frustrationsgrenze gering halten. Sobald ich allerdings das Terrain zusammen mit anderen Menschen betrete, habe ich nur geringen Einfluss auf meine Umwelt.
Reden hilft da nicht immer.
Wie verfahren?
Man gibt das Spielen auf. Das ist feige und langweilig.
Man wirft sich dem Schicksal in die Arme und akzeptiert, dass man aller zwei Tage neue Flotten bauen muss. Das geht an die Rohstoffe.
Man appelliert an die Menschlichkeit des Mitspielers. Das geht bei außerirdischen Spezies, Piraten oder Trollen nicht immer gut.
Man baut Waffen. Je nach Spiel kann das dauern, und noch die ein oder andere Flotte kosten.
Man sucht sich Alliierte und greift an. Yeah!
Gilden und Clans sind Verbündete, wenn es um das eigene Leben im Spiel und außerhalb dessen geht. Sie fördern das mit- und untereinander im Spiel. Sie handeln untereinander und beschützen sich gegenseitig vor Spielern, die als "Spielverderber" des eigenen Spielverlaufs auftreten. Als "Kleister" zwischen den Mitglieder steht dabei der Spaß oder die Ambition beim Spielen.
Neben den Verbindungen im Spiel kommen bei vielen Gilden und Clans die menschlichen Verbindungen hinzu. Schnell werden aus Handelsbeziehungen auch freundschaftliche Beziehungen ausserhalb des Spiels. Bei manch einer Spielerpaarung soll gar schon ein wenig mehr als Freundschaft herausgekommen sein ;)
Gilden erfüllen heute in Spielen die gleichen Rollen wie die Vereinigungen von Handelsleuten im Mittelalter. Sie dienen dem Schutz der einzelnen Mitglieder und der Förderung gemeinsamer Interessen.
Je nach den Ambitionen des jeweiligen Clans bzw. der jeweiligen Gilde sind die Hierarchien eher flach, oder ziemlich tief. Bei der Wahl, welcher Gilde oder welchem Clan man nun im eigenen MMO beitritt, sollte man sich etwas Zeit nehmen, seine eigenen Ziele mit denen des Auserwählten abgleichen und mit Mitgliedern der Vereinigung sprechen.
Vereinigungen in MMOs lohnen sich, und es gibt Gründe dafür, dass es so zahlreiche Clans und Gilden gibt.
.. oder kennt Ihr eine bessere Macht gegen Spielverderber, als die einer versammelten Mannschaft von Freunden? ;)






